Erläuterungen und Anmerkungen zum Standart des Do Khyi (Tibet Dogge auch Tibet Mastiff genannt) sind aufgrund der Ausführlichkeit der Mekmalsbeschreibungen nicht erforderlich.Der Do Khyi ist ein kräftiger und imposanter Hund. Der massive Eindruck wird durch den kräftigen und breiten Kopf mit der am Hinterkopf aufstehenden dichten Mähne verstärkt. Dazu trägt auch der quadratische Fang bei. In ihrer Heimat wurde den Hunden oftmals eine rotgefärbte - wuschelige Yakhaarhalskrause umgelegt. Welche die imposante Erscheinung der Hunde noch verstärkte. Trotz des kraftvollen Erscheinungsbildes ist der Gang nicht schwerfällig, sondern leicht und federnd.

 

Über sein starkes Selbstbewustsein gibt es, wie bei allen tibetischen Rassen, keinen Zweifel. Er betrachtet sich als gleichwertigen Partner des Menschen und will auch so behandelt werden. Unterordnung und freiwillige Unterwerfung in der Familie sind deshalb untypische Eigenschaften und können als rassefremde Merkmale eingeordnet werden. Trotz seiner Verwendung als ausgesprochener Wachhund hat der ständige Kontakt zum Menschen über die Jahrtausende sein Geselligkeitsbedürfnis besonders entwickelt. Er verträgt keine abgeschlossene und einsame Haltung. Ohne ständigen menschlichen Kontakt kann er kein richtiger Tibethund werden und wird eher Schwierigkeiten bereiten. Dies sollte man, bei dem Gedanken sich einen Do Khyi als Partner zuzulegen, sich immer vor Augen halten. In der Familie ist er ausgesprochen liebebedürftig und anschmiegsam.

Es ist deshalb nicht ratsam, einen Do Khyi isoliert in einem Zwinger einzusperren und ihn nur gelegentlich auszuführen.

Vor allem sollte dem Hund ein übersichtlicher Beobachtungsort zugestanden werden. Trotz scheinbarer Teilnahmslosigkeit überwacht er zuverlässig auch die geringsten Bewegungen und sichert das Gelände vor unbekannten Personen, die es keinesfalls unbemerkt wieder verlassen können. Er ist misstrauisch und abweisend gegenüber allen Fremden und kann bei unbedachten Handlungen entsprechend gefährlich werden.

Die Entwicklung zum ausgewachsenen und auch wesensreifen Hund vollzieht sich bei dem Do Khyi vergleichsweise langsam. Das starke Selbstbewustsein der Rasse und die fehlende Unterordnungsbereitschaft erfordern deshalb eine geduldige, verständnisvolle und partnerschaftliche Erziehungsmethode. Der Do Khyi ist in allen Beziehungen ein anspruchsvoller und außergewöhnlicher Hund und kann nicht mit den üblichen Hundemaßstäben gemessen werden. Würde er nur als gewöhnlicher Hund behandelt werden, wäre es eben kein Do Khyi (wörtlich Übersetzt Anbindehund) sondern ein problematischer Hund. Wer sich zur Haltung dieser wertvollen Tiere entschließt, muss sein Leben auf die Gemeinschaft mit dem Do Khyi einstellen und wird dafür auch mit einer außergewöhnlichen Partnerschaft belohnt. Erst dann entfalten sich all die wertvollen Eigenschaften

 

Der Charakter des Do Khyi in groben Zügen:

- Der Do Khyi ist freundlich aber reserviert

- Im Haus ruhiger, aber draußen auf seine Art aktiv

- Selbst wenn es so aussieht, als ob er schläft, entgeht ihm nichts

- Er ist sehr wachsam bei Dunkelheit, was ab und zu lästig sein kann und die Nachbarn stören könnte

- Der Do Khyi ist gerne in Gesellschaft - auch wenn er es nicht so zeigt

- Er liebt sein Rudel zu dem seine Menschen und Tiere gehören

- Das Verhalten des Do Khyi zu anderen Hunden kann je nach Situation unterschiedlich sein. Es kann von hoheitsvollem Ignorieren bis hin zum kräftigen Anfauchen variieren.

- Der Do Khyi hat eine Abneigung gegen alles Fremde. Alles Neue sollte langsam an ihn herangeführt werden. Was er kennengelernt hat, bleibt ein Leben lang akzeptiert.

 

Seine größte Abneigung gilt dem Eingesperrt sein und sollte daher nie als Strafe missbraucht werden. Jede auch nur kurze Trennung bereitet ihm schmerzen.

Die Bereitschaft ihn mit Herz und Verstand zu erziehen und nochmals zu erziehen - er bestimmt dabei das Tempo indem gelernt wird - formt seinen Charakter und Ihre Beziehung.

Ein Do Khyi mit gebrochenem Willen verkümmert sichtbar an Leib und Seele.

Sie können einen Do Khyi besitzen - vielleicht seinen Körper aber niemals seine Seele.

Der Tibeter schätzt den Hund als Kameraden, der mit ihm Arbeit und Freizeit teilt. Niemals würde man einem Hund absichtlich weh tun oder ihn töten. Der Hund ist auch im Buddhismus, der einen liebevollen Umgang mit allen Geschöpfen verlangt, fest verankert. Nach buddhistischer Lehre wird die Seele eines Lebewesens nach dessen Tod in einem anderen Körper wiedergeboren. Nach Auffassung vieler Buddhisten kommt es häufig vor, daß die Seele eines Menschen in einem Do Khyi ihren neuen Körper findet. Es werden ihm übernatürliche Kräfte zugestanden, unter anderem soll er mit dem zweiten Augenpaar, den gelbroten Abzeichen über den Augen

böse Geister erkennen können. Hat ein Do Khyi eine weise Schwanzspitze gilt er als Feigling. Sie wurde ihm auch oftmals deswegen abgehackt. Der weise Brustfleck nennt man “Touch of Budda”.

Jahrhundertelang wurden über den Tibethund sehr abenteuerliche Geschichten von Tibet-Reisenden erzählt, wobei wohl viel übertrieben und verfälscht wurde, sodaß heute Fakten und Mythen kaum zu trennen sind. So wurde oft behauptet die Hunde hätten die Größe eines Esels - wenn man bedenkt das ein Esel in Tibet eine Höhe von ca 1,00m erreicht erscheint diese Aussage nicht mehr so märchenhaft.

Hedy Nouc sieht in der Bezeichnung Tibet Mastiff nur einen Sammelbegriff. Die Hirten unterschieden in schwarze Hunde des Bara-Benghali-Typs, in black and tan-farbene Bharmouri Hunde (schwarz mit lohfarbenen Abzeichen). Hinzu kamen noch goldfarbene des Lahauli-Typs.

Frau Nouc beschreibt diese Hirtenhunde als große, kräftige Tiere mit festem Rücken und federnden Gängen. In diesen Regionen wäre jeder Hund, der mit Beeinträchtigungen an der Wirbelsäule, in der Hüfte oder in der Hinterhand behaftet wäre, ein Todeskandidat. Die Hirten mit ihren Herden und den begleitenden Hunden müssen sich hier bewegen können wie bei uns ein Tänzer auf den Drahtseil.

Ganz besonders hervorgehoben wird die Verträglichkeit der Hunde, wenig Agressionen gegen ihre Artgenossen, dem Menschen gegenüber nur Abwehr bei Annäherung an die dem Hund anvertraute Herde.

 

 

Dokhyi um 1600
Dokhyi um 1815
Siring 1876
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